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ARZ Aktuell


26.06.2015GMP: Gemeinsame Meldewesen Plattform

Die Meldewesenkosten für die Banken in Österreich sind zu hoch!
Das war das Ergebnis einer durch die WKO initiierten Erhebung, die im Jahr 2012 Kosten in Höhe von 50 bis 80 Mio. Euro p.a. für alle österreichischen Kreditinstitute zur Entwicklung und Erstellung der geforderten Meldungen an die Aufsichtsbehörden ermittelte. Daraufhin wurde eine Unternehmensberatung beauftragt, zu untersuchen, wie diese nachhaltig reduziert werden könnten.
Das Ergebnis dieser Untersuchung ist die Grundlage für die Schaffung der GMP, der Gemeinsamen Meldewesen Plattform.

Die Idee hinter der GMP

Die GMP soll das heutige, beleghafte Meldewesen durch Belieferung eines gemeinsamen, einheitlichen Datenpools auf Einzelgeschäftsebene mittelfristig ablösen. Aufbauend auf diesem Datenpool, dem sogenannten Basic-Cube, werden mittels einer Standardsoftware auf Basis unterschiedlicher Rechtsquellen (z.B. BWG, DevG, EZB-Verordnungen, EBA-IST) vorgeschriebene Meldungen (Smart Cubes) erstellt.

Ein Großteil der österreichischen Banken hat sich dazu entschlossen, im Rahmen eines gemeinsamen Projektes diese Herausforderung anzugehen. Neben den ARZBanken sind das die Erste Bank Group AG, die 3 Bankengruppe/Oberbank AG, die UniCredit Bank Austria AG (Bank Austria), die BAWAG P.S.K. und seit Herbst 2014 auch die Raiffeisen-Gruppe. Es wurde eine eigene Gesellschaft, die Austrian Reporting Services Ges.m.b.H., kurz AuRep, gegründet, in der die angesprochene Standard-Software betrieben und die SMART-Cubes generiert werden. Die Erstellung bzw. Programmierung der Software wurde nach einem Auswahlverfahren der Firma Bearingpoint übertragen, die – aufbauend auf deren bereits bestehenden Lösung ABACUS/DaVinci – die Anforderungen der OeNB entsprechend dem straffen Zeitplan umsetzt. Das Raiffeisen-RZ in Wien fungiert als RZ-Standort.

Das Projekt

Im Rahmen dieses Projektes ist eine Vielzahl unterschiedlicher Details zu berücksichtigen. Neben der Erstellung der Pflichtenhefte, die auf den jeweils von der OeNB veröffentlichten Datenmodellversionen aufbauen, und der Umsetzung der daraus resultierenden Anforderungen an die Schnittstelle und Änderungen im Arctis-Kernbankensystem sind die Prozesse der Datener- und -übermittlung, das Datenqualitätsmanagement und die Schulungen/der Rollout der Mappinglogik und der Software zu bewerkstelligen. Dazu wurden unterschiedliche Detailprojekte aufgesetzt.

Status und Zeitplan

Basis für die Datenübermittlung an die AuRep ist hauptsächlich der ZDP, angereichert um Daten weiterer Schnittstellen, beispielsweise aus RIWA. Laufende Anpassungen und Erweiterungen des ZDP bzw. der Schnittstellen zur Befüllung desselbigen (Spec) ergeben sich auf Grund der Anforderungen aus dem Pflichtenheft.

Die testweise Übermittlung der Basic-Cube-Daten für den ersten SMART-Cube, den Wertpapier-Cube zur Ablöse der Emissionsstatistik, erfolgte erstmals im April 2015 mit den Ultimo-März-Daten. Dabei ist es der Hypo NÖ als erster Bank Österreichs in enger Zusammenarbeit mit der AuRep gelungen, den SMART-Cube zu generieren und erfolgreich an die OeNB zu übermitteln. Ab Ultimo Juni 2015 wird der Testbetrieb in den Produktionsbetrieb überführt.

Die nächste, weit größere Herausforderung ist der Kredit-Cube. Um diesen befüllen zu können, sind weitreichende Anpassungen im Kernbankensystem notwendig (Neugeschäftserkennung, Forderungshandel, Erweiterung Datumsfelder). Die daraus resultierenden Terminprobleme, die offensichtlich die gesamte Bankenlandschaft Österreichs betreffen, führten kurzfristig zu einer Verschiebung der ursprünglich kommunizierten Zeitschiene um zumindest zwei Monate. Trotzdem gilt es, die zusätzliche Zeit bestmöglich zu nutzen und mit aller Kraft weiterzuarbeiten!

Nach dem Kredit-Cube stehen schon Einlagen- und Sachkonten-Cube, FMS (Finanzmarktstabilitäts-) Cube und FinRep-Solo an. Man kann davon ausgehen, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange sein wird und noch weitere Anforderungen hinzukommen werden. Langweilig wird uns also in den nächsten Jahren nicht!

Eine Herausforderung für alle

Die Änderungen der Anforderungen verbunden mit der engen, vorgegebenen Zeitachse bedingen ein straffes Projektmanagement. Und das bei allen beteiligten Parteien! Angefangen vom Softwarelieferanten, über die AuRep, das ARZ und, als letzte in der Reihe, die Banken selber. Diese müssen im Meldewesen kurzfristig umdenken. War es bisher möglich, die beleghaften Meldungen auf Meldepositionsebene zu korrigieren, so wird dies nun bei den Smart Cubes nicht mehr möglich sein. Es wird künftig mehr und mehr die Aufgabe der Meldewesenverantwortlichen sein, die Datenqualität im Kernbanksystem sicherzustellen, um umfangreiche Korrekturen nach der Befüllung des Basic Cubes zu vermeiden. Damit ändert sich das Rollenbild des Meldewesenmitarbeiters massiv – weg vom Know-how-Träger in der Generierung und Plausibilisierung von beleghaften Meldungen, hin zum Datenanalysten und Datenqualitäts-Manager.

Eine fehlerfreie Befüllung des Basic-Cube ist das oberste Ziel, um Meldungen innerhalb der Meldefristen abgeben zu können.

Ob die angestrebten Einsparungspotenziale erreicht werden können, ist derzeit wohl noch nicht abzuschätzen. In ein paar Jahren werden wir schlauer sein. Wir halten Sie am Laufenden!

Mag. Florian Graiff

 

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